Vom Amoklauf und seinen Folgen
Beobachtungen eines Vaters

Hinweis zur Präzisierung

Die Inhalte dieser Dokumentation geben meine persönlichen Beobachtungen, Erfahrungen und Einschätzungen als betroffener Vater wieder.

Zur Vermeidung von Missverständnissen wurden einzelne Formulierungen sprachlich präzisiert, um Bewertungen klarer von Tatsachen zu trennen.

Inhaltliche Aussagen, zeitliche Abläufe und dokumentierte Vorgänge wurden dabei nicht geändert.

Wo von „Täuschung“, „Vertuschung“ oder ähnlichen Begriffen die Rede ist oder war, handelt es sich um meine persönliche Bewertung auf Grundlage der
dargestellten Umstände, nicht um gerichtliche Feststellungen.

Präzisierungen vorgenommen am: 23.12.2025

10. Juni 2025 – Der Tag, der alles veränderte An einem Montagmorgen im Juni wurde das BORG Dreierschützengasse in Graz zum Schauplatz einer Tragödie, die niemand kommen sah – und doch hätte gesehen werden können. Ein junger Mensch, griff zur Waffe. Kinder starben. Familien zerbrachen. Eine ganze Schulgemeinschaft, Eltern und eine ganze Stadt wurde traumatisiert.

Die Politik reagierte mit Betroffenheitsbekundungen. Die Medien suchten nach schnellen Erklärungen. Doch manche Eltern, Lehrer:innen, Betroffene – wussten: Das reicht nicht. Nicht diesmal.

13. Juni – Die Petition startet Noch während die meisten unter Schock standen, wurde klar: Wir brauchen mehr als Worte. Die Petition „Echte Reformen nach Amoklauf“ ging online. Die ersten Unterschriften kamen von Betroffenen. Dann von deren Freunden. Dann von ganz Österreich.

14. Juni – Der erste Schrei Vier Tage nach dem Amoklauf schrieb Dominik Egger, Vater einer Schülerin am BORG, den ersten offenen Brief. Nicht aus Wut, sondern aus Verzweiflung. Nicht als Anklage, sondern als Hilferuf. Seine Worte trafen einen Nerv: „Das System macht unsere Kinder kaputt – ändern wir es gemeinsam.“

[Offener Brief vom 14. Juni – Download]

Die Antwort des Bundespräsidenten Am 17. Juni antwortete die Präsidentschaftskanzlei. Der Bundespräsident habe den Brief „aufmerksam gelesen“ und werde die Punkte „in seine Überlegungen einfließen lassen“. Höflich, aber unverbindlich. Es war klar: Wir müssen lauter werden.

[Antwort des Bundespräsidenten – Download]

22. Juni – Der zweite Brief an alle 183 Nationalratsabgeordnete Zwölf Tage nach der Tragödie. Die Politik hatte reflexartig reagiert – Waffengesetz, mehr Psychologen. Aber sie verstanden das Problem nicht. Der zweite Brief ging direkt an alle 183 Abgeordnete: „Hört auf, nur zu reagieren. Fangt an, vorzubeugen.“

[Zweiter Brief – Download]

Juli 2025 – Die Bewegung wächst Was als Brief eines verzweifelten Vaters begann, wurde zur Bewegung. Die Petition explodierte. Innerhalb von vier Wochen über 40.000 Unterschriften. Aus allen politischen Lagern. Aus allen Gesellschaftsschichten. Vereint in einer Erkenntnis: So kann es nicht weitergehen.

2. Juli – Die Eltern des BORG melden sich Die Elternvertreter des BORG Dreierschützengasse verfassten einen eigenen offenen Brief. Die Forderungen wurden konkreter, die Stimmen lauter.

[Elternbrief – Download]

10. Juli – Parlamentsanfrage der Grünen Die Politik konnte nicht mehr schweigen. Die Grünen stellten eine parlamentarische Anfrage zum Umsetzungsstand der Forderungen.

[Parlamentsanfrage – Download]

11. Juli – Der dritte Brief Vor der Sommerpause ein letzter Appell: „Ich gehe los. Zu Fuß. Von Graz nach Wien. Wir übergeben am 3. September unsere Petition. Über 40.000 Menschen haben schon unterschrieben. Unser Ziel: 1 Million Stimmen.“

[Dritter Brief – Download]

[Vorschlag einer Vision – Download]

 

August 2025 – Tiefere Analysen

Während der Marsch näher rückte, begannen wir, die Wurzeln der Krise zu verstehen. Drei Analysen erschienen auf unserem Blog:

18. August: Schule als Fetisch
Eine provokante Frage: Klammert sich unsere Gesellschaft an eine Institution, die nicht mehr funktioniert? Inmitten wachsender Krisen – psychisch, ökologisch, sozial – scheint die Schule ein Versprechen von Stabilität zu geben, das sie längst nicht mehr halten kann.

21. August: Suizid in Österreich: Die erschütternden Zahlen hinter dem Tabu
„Nicht nur Zahlen – es sind Leben, die fehlen.“ Die Statistiken sind eindeutig. Suizid ist eines der größten tabuisierten Themen in Österreich. Doch hinter jeder Zahl steht ein Mensch, eine Familie, ein zerbrochenes System.

30. August: 7 Millionen Jahre Evolution vs. 80 Jahre systematische Isolation
Die wissenschaftlich fundierte Analyse zeigt: Wir haben in 80 Jahren zerstört, was 7 Millionen Jahre Evolution geformt hat. Unsere Kinder zerbrechen nicht aus Schwäche – sie zerbrechen, weil wir ihre Grundbedürfnisse systematisch demontiert haben.

Diese Texte sind keine Ablenkung vom Marsch. Sie sind die faktische Fundierung dessen, wofür wir gehen.

Juli/August 2025 – Der bürokratische Marathon

Ein Marsch durch halb Österreich braucht nicht nur Mut – er braucht Genehmigungen. Viele Genehmigungen.

Die Herausforderung: Kein Rechtsanwalt in Österreich macht länderübergreifende Versammlungsanmeldungen. So etwas hat noch nie jemand gemacht. Die Lösung: Wir machen es selbst.

Ende Juli: Die Anmeldungen beginnen

Brief für Brief, Behörde für Behörde. Jede Etappe musste einzeln angemeldet werden, aktualisiert werden, angepasst werden an die berechtigten Wünsche der Polizei. Sicherheit vor Forderungen:

In der Steiermark:

  • Magistrat Graz
  • BH Graz-Umgebung
  • BH Bruck-Mürzzuschlag
  • Landespolizeidirektion Steiermak
  • Abteilung Verkehrspolizei 

In Niederösterreich:

  • BH Neunkirchen
  • Magistrat Wiener Neustadt
  • BH Baden
  • BH Mödling
  • Landespolizeidirektion Niederösterreich

In Wien:

  • Landespolizeidirektion Wien
  • Magistratische Bezirksämter

Jede Anmeldung gemäß § 2 Versammlungsgesetz. Mit detailliertem Veranstaltungskonzept, Routenplan, Sicherheitskonzept, Versicherungsnachweis (Grazer Wechselseitige Versicherung AG, Police Nr. 604.573).

Die Rückfragen

Die Behörden reagierten professionell, aber mit berechtigten Fragen:

Polizeikommissariat Wiener Neustadt:
„Wo genau führt die Route durch unser Stadtgebiet? Wo übernachten die Teilnehmer?“

Magistrat Wiener Neustadt:
„Für 300-500 Personen brauchen Sie normalerweise mehr Vorlaufzeit. Aber wir verstehen die Dringlichkeit.“

Die Antwort war immer dieselbe: Die seelische Gesundheit unserer Kinder duldet keinen Aufschub.

Die Genehmigungen

Eine nach der anderen kamen die Bestätigungen:

  • Sporthalle Semmering – genehmigt für Übernachtung
  • Sporthalle Neunkirchen – genehmigt
  • Sporthalle Wiener Neustadt – genehmigt (mit Kaution von € 70,-)
  • Sporthalle Mödling – Koordination mit Stadt läuft

Die Behörden unterstützten uns. Nicht weil sie mussten. Sondern weil sie verstanden, worum es geht.

Das Sicherheitskonzept

Für jede Etappe:

  • Ordner: 10% der Teilnehmer in gelben Warnwesten
  • Erste-Hilfe-Team vor Ort
  • Begleitfahrzeuge für Notfälle
  • Verkehrssicherung
  • Kooperation mit örtlicher Polizei

230 Kilometer. 11 Tage. 7 Bundesländer. Dutzende Behörden.

Was unmöglich schien, wurde möglich. Nicht durch Rechtsanwälte. Durch Menschen, die verstanden haben: Manchmal muss man einfach losgehen.

  • 11 Anmeldungen für
  •  

24. August – 3. September 2025 – Der Sternenmarsch: 230 Kilometer für unsere Kinder

Tag 1 – 24. August: Graz → Frohnleiten (30 km)

8:00 Uhr morgens, BORG Dreierschützengasse.

Eine Pressekonferenz. Das Verlesen der Namen. Zehn Namen. Zehn Leben. Eine Schweigeminute.

Dann brachen wir auf. Zu acht: Vinko, ein Vater, der sein Kind verloren hat. Renate, Michaela, Katharina, Ilse, Elfriede, eine Frau, deren Namen ich vergessen habe – und ich.

Nicht die Massen, die wir erwartet hatten. Aber genug. Gandhi startete seinen Salzmarsch mit 78 Menschen. Wir waren acht. Manchmal braucht es keine großen Zahlen. Manchmal reicht der Mut weniger.

Die erste Etappe war emotional. Beim Verlesen der Namen musste ich weinen. Aber dann gingen wir. Schritt für Schritt. 30 Kilometer durch die Steiermark.

Am Abend erreichten wir Frohnleiten, geschafft aber glücklich. Die Sporthalle. Isomatten. Schlafsäcke. Nur Vinko und ich blieben über Nacht. Die anderen fuhren nach Hause.

Der Marsch hatte begonnen.

Tag 2-3: Der Kern hält durch

25. August: Frohnleiten → Bruck (26 km)
Nur noch Vinko und ich. Zwei Menschen. Eine Mission. Die Strecke war schön, aber die Realität ernüchternd: Kein einziges Gasthaus, kein Café, kein Geschäft hatte offen. Erst 2 Kilometer vor Bruck fanden wir endlich ein Gasthaus. Das Essen war gut. Die Stimmung auch. Am Abend musste Vinko nach Hause. Arbeit.

26. August: Bruck → Kindberg (20 km)
Ich war allein. 20 Kilometer allein mit meinen Gedanken, meinen Blasen an den Füßen (die billigeren Schuhe waren ein Fehler), meinen Zweifeln.

Aber in Kindberg warteten Menschen auf mich. Sie gingen ein Stück mit. Der ORF war da. Ich weinte wieder. Ich sang. Ich sprach. Alles kam raus. Keine Schauspielerei. Nur Ich.

Tag 4-10: Der lange Weg

27. August – 2. September:

  • Kindberg → Mürzzuschlag (23 km)
  • Mürzzuschlag → Schottwien (16 km – Semmering hatte keine geeignete Unterkunft)
  • Schottwien → Ternitz (24 km, bergab)
  • Ternitz → Wiener Neustadt (23 km)
  • Wiener Neustadt → Leobersdorf (14 km)
  • Leobersdorf → Baden (9 km)
  • Baden → Mödling (12 km)

Menschen kamen dazu. Menschen gingen wieder. Manche nur für eine Etappe. Manche für mehrere Tage. Die Gruppe schwankte zwischen einem einsamen Wanderer und kleinen Gruppen von 5-10 Menschen.

In jeder Stadt eine Sporthalle. Isomatten. Schlafsäcke. Erschöpfung. Aber auch: Gespräche. Begegnungen. Hoffnung.

Erst in Wiener Neustadt fand ich andere Schuhe. Die Blasen begannen zu heilen.

Insgesamt legten alle Teilnehmer zusammen 1.404.000 Schritte zurück. Jeder einzelne davon ein Zeichen für echte Reformen.

Tag 11 – 3. September: Das Finale

Mödling, 8:00 Uhr morgens.

Mit vier Begleitern machte ich mich auf den letzten Weg. 18 Kilometer. Vom Schrannenplatz in Mödling zum Heldenplatz in Wien.

12:00 Uhr, Heldenplatz.

Wir waren da. Etwa 70 Menschen. Nicht die tausenden, von denen wir geträumt hatten. Aber 70 Menschen, die den Weg auf sich genommen hatten. 70 Menschen, die verstanden hatten, worum es geht.

Der Sternenmarsch. Aus allen Richtungen kamen Menschen zusammen. Familien. Lehrer. Großeltern. Jugendliche. Alle vereint in einem Ziel:

Unsere Kinder verdienen ein System, das ihre Seelen stärkt, nicht zerbricht.

Der Gang zum Bundeskanzleramt

Wir gingen zum Bundeskanzleramt. Mit den Unterschriften. Mit unseren Forderungen. Mit der Hoffnung auf ein Gespräch.

Wir wurden nicht empfangen. Kein Bundeskanzler. Kein Minister. Kein Vertreter.

Was wir bekamen: Eine Antwort. Dass wir nicht empfangen werden.

Es gibt ein Video davon. Meine Reaktion war nicht Wut. Nicht Enttäuschung. Sondern Klarheit:

„Das ist auch gut so, verständlich. Die Regierung hatte am 3. September viel zu tun. Sie müssen reagieren. Wir können gestalten.“

Das ist der Unterschied. Sie sind gezwungen zu reagieren – auf Krisen, auf Ereignisse, auf Druck. Wir können gestalten. Wir können die Zukunft entwerfen, die wir wollen. Wir können Systeme neu denken, bevor sie zerbrechen.

230 Kilometer. 11 Tage. 70 Menschen am Ziel. Keine Empfang im Bundeskanzleramt.

Aber auch: Unzählige Gespräche unterwegs. Medienberichte. Menschen, die verstanden haben. Eine Bewegung, die nicht aufhört, nur weil Türen verschlossen bleiben.

Der Marsch war kein Ende. Er war ein Anfang.

4. September: Das Gespräch im Parlament

Einen Tag nach dem Sternenmarsch wurden wir doch gehört. Nicht vom Bundeskanzleramt, aber von der SPÖ.

Einladung ins Parlament. Ein Gespräch über echte Reformen.

Anwesend von der SPÖ:

  • Mag. Heinrich Himmer (Bildungssprecher)
  • Mag. Peter Harrer
  • Wolfgang Moitzi
  • Silvia Kumpan-Takacs, MSc BA (Elementarpädagogin)
  • Paul Stich (Jugendsprecher)
  • Anna Milian (Mitarbeiterin Bildungsangelegenheiten)

Von unserer Seite:

  • Dr. Gerhard Reichstaler (Psychoanalytiker)
  • Rainer Tiefenbacher (Projektmanager Dragon Dreaming)
  • Ich

Wir kamen nicht mit Forderungen. Wir kamen mit Analyse.

Die Präsentation:

1. Die Geschichte der Psyche
Wie 7 Millionen Jahre Evolution unsere Seele geformt haben. Wie wir als Menschen funktionieren, wenn wir gesund sind.

2. Die Folgen der Schule
Wie das System Kinder zerbricht statt stärkt. Leistungsdruck statt Beziehung. Noten statt Wertschätzung.

3. Das Clansterben nach 1945
Wie wir die Großfamilien, die Nachbarschaften, die Gemeinschaften zerstört haben. Wie Kinder heute aufwachsen: isoliert in Kleinfamilien statt eingebettet in Clans.

4. Vereinsamung in Autos statt gemeinsames Gehen seit 1945
Wie wir aufgehört haben, gemeinsam zu gehen. Wie wir uns in Blechkästen voneinander getrennt haben. Wie Bewegung – das, was uns als Menschen ausmacht – zur Ausnahme wurde.

5. Die Social Media Katastrophe
Wie digitale Plattformen unsere Kinder süchtig machen. Wie Algorithmen ihre Aufmerksamkeit stehlen. Wie 657 Millionen Stunden pro Jahr an TikTok verloren gehen – Zeit, die fehlt für echte Beziehungen.

Dann erst kam der Vorschlag:

Ein verbindliches Gremium mit tausenden Menschen. Nicht die üblichen Expertenrunden. Sondern ein echter Gemeinschaftsprozess – basierend auf Dragon Dreaming – in dem Menschen:

  1. Sich selbst und ihre Gefühle kennenlernen
  2. Ihr Gegenüber wirklich kennenlernen
  3. Aussprechen dürfen, was gerade präsent ist
  4. Gemeinsam analysieren, wo wir als Einzelne und als Gesellschaft stehen
  5. Jeden Stein umdrehen – besonders die schweren, die besonders weh tun
  6. Gemeinsam erträumen, wo wir hin wollen – persönlich und als Gesellschaft
  7. Dann planen
  8. Dann tun
  9. Dann feiern

Ein Prozess, der nicht von oben verordnet, sondern von innen heraus wächst.

Die Abgeordneten hörten zu. Sie nickten. Sie schienen zu verstehen.

Seitdem: Schweigen.

Keine dieser Personen hat sich gemeldet. Kein Gespräch. Kein Interesse. Keine Nachfrage.

Das Gespräch war höflich. Professionell. Und folgenlos.

Aber wir haben nicht 230 Kilometer zurückgelegt, um auf Anrufe zu warten.


September 2025 – Widersprüche werden sichtbar

Nach dem Sternenmarsch kehrten wir zurück in den Alltag. Die Politik hatte unsere Anliegen entgegengenommen. Jetzt würde sich zeigen, ob sie es ernst meinen. Doch während wir auf Antworten warteten, geschah etwas, das zeigt, warum unsere Forderungen keine abstrakten Ideen sind – sondern überlebenswichtig.

Hinweis: Der nachfolgende Text ist ein persönlicher, politischer Begleittext zur dokumentierten Chronologie.
Detaillierte, quellenbasierte Darstellungen finden sich in der verlinkten BORG-Dokumentation.

8. September – Der erste Schultag am BORG Dreierschützengasse

Die Bildungsdirektion hatte versprochen: Fast ausschließlich Unterricht im AVL-Gebäude. Kein Kind muss zurück ins Tatortgebäude. Elektronische Chips für den Zutritt. Sicherheit. Schutz.

Nach den mir vorliegenden Informationen entwickelte sich die Situation anders

Drei Klassen wurden direkt in den 3. Stock des Hauptgebäudes geführt. Neben die ehemalige 7a. Dorthin, wo geschossen wurde. Rigipswände mit verschlossenen Türen trennten die Bereiche. Die Schüler hatten Angst. Viele baten ihre Eltern, nichts zu sagen. Sie fürchteten: Bei Protest droht Klassenwechsel.

12. September – Der Kollaps

Im Physiksaal im Erdgeschoss – genau dort, wo sich Schüler während des Amoklaufs versteckt hatten – brachen mehrere Kinder während des Unterrichts zusammen. Panikattacken. Hyperventilation. Retraumatisierung.

Am selben Vormittag stellte sich heraus: Die Rigipswände im 3. Stock wurden ohne Baugenehmigung errichtet. Keine brandschutztechnische Abnahme. Die Feuerpolizei stellte fest: Gefahr im Verzug. Keine Genehmigung zur Nutzung der oberen Stockwerke.

14. September – Abweichende öffentliche Darstellung

Der Elternverein schrieb: „Ab Montag kein Unterricht mehr im Hauptgebäude aufgrund zahlreicher Elternbeschwerden.“

Die Wahrheit: Es war keine Elternbeschwerde. Es war eine behördliche Sperre.

Diese Ankündigung entsprach nach meinem Kenntnisstand nicht dem tatsächlichen Unterrichtsbetrieb. Schüler hatten weiter Unterricht im Erdgeschoss des Hauptgebäudes.

Die vollständige Dokumentation: Die ersten Tage am BORG Dreierschützengasse

September – Die vier Briefe an das Parlament (4-7)

Was am BORG geschah, durfte nicht im Verborgenen bleiben. Vier Briefe gingen an alle 183 Nationalratsabgeordnete:

22. September: „Kindeswohlgefährdung am BORG“
Dokumentation der systematischen Vertuschung. Zwang in Tatorträume. Ignorieren von Trauma. Feuerpolizei-Sperrung. Ein Hilferuf an die Politik: Schaut hin!

24. September: „Datenschutz-Beschwerde gegen Abgeordneten“
Ein ÖVP-Abgeordneter leitete eine Email mit vertraulichen Informationen über traumatisierte Kinder ohne Zustimmung an die Bildungsdirektion weiter. DSGVO-Verletzung durch einen Volksvertreter. Der erste Skandal.

24. September: „Wenn Victim Blaming zum System wird“
Der Abgeordnete rechtfertigte seine Datenschutzverletzung mit dem Argument: „Sie hätten nicht schreiben sollen.“ Das Muster wird sichtbar: Von der Schule bis ins Parlament werden Opfer beschuldigt statt geschützt. Dieser Brief löste im Parlament Erschütterung aus.

29. September: „KI-Revolution und Lösungen für die Gesellschaftskrise“
Eine Woche nach dem Skandal: Der Lösungsbrief. Wissenschaftlich fundiert mit 16 Quellen. KI-Tutoren können Lernzeit um 80% reduzieren. Was früher 6 Stunden Mathematik brauchte, schafft KI in 1 Stunde. Die gewonnene Zeit: Für Beziehung, Empathie, Resilienz. Drastisch weniger Paukstunden, drastisch mehr Beziehungszeit.

25. September – Zwei Ereignisse an einem Tag

Vormittag: Das Gedenken wird verteidigt
Vor dem BORG fand eine angemeldete, friedliche Gedenkveranstaltung statt. Ein Vater eines verstorbenen Kindes war dabei. Kerzen wurden entzündet. Die Namen der Getöteten wurden verlesen. Eine Schweigeminute.

Ein Schulwart forderte die Gruppe aggressiv auf zu verschwinden. Die Polizei musste klarstellen: Die Veranstaltung ist rechtmäßig angemeldet.

Das Gedenken muss verteidigt werden. Gegen das System, das lieber vergessen würde.

Abend: Die Psyche unserer Kinder – warum das Unbewusste entscheidet
Ein neuer Blog-Artikel erschien: „Wir haben in 20 Minuten zerstört, was 7 Millionen Jahre lang unsere Psyche geformt hat.“ Eine Analyse, warum Kinder zerbrechen oder aufblühen – je nachdem, ob wir ihre unbewussten Grundbedürfnisse verstehen.


Oktober 2025 – Die Gedenkfotos verschwinden

3. Oktober: Vor der Schule standen Fotos der verstorbenen Kinder. Mit Kerzen. Ein Ort der Trauer. Auf öffentlichem Grund. Ohne Rücksprache mit den Eltern wurden diese Fotos entfernt.

Der Vorwand der Direktorin: „Vandalismus.“

Keine Polizeimeldung. Keine Beweise. Keine Information an die Familien vorher. Einfach weg.

Ein Vater eines verstorbenen Kindes hatte die Fotos am selben Morgen um 6 Uhr noch intakt gesehen. Um 10:23 Uhr kam die Email nur an Eltern von Schülerinnen an der Borg: Alles weg. Die Eigentümer der Bilder wurden nicht verständigt!

Das Vorgehen wurde von Betroffenen als respektlos und belastend empfunden.


Was diese Ereignisse zeigen

Wir fordern nicht abstrakte Bildungspolitik. Wir fordern ein System, das:

  • Kinder nicht zurück in Tatorträume zwingt
  • Behördliche Sperren nicht verschleiert
  • Trauma nicht ignoriert
  • Gedenken nicht bekämpft
  • Wahrheit nicht unterdrückt
  • Opfer nicht beschuldigt

Das ist genau das System, das wir ändern müssen.


Heute: Wir machen weiter

Die Petition hat mittlerweile über 48,000 Unterschriften erreicht. Aus ganz Österreich. Aus allen politischen Lagern. Vereint in der Sorge um unsere Kinder.

Die Politik hat unsere Unterschriften entgegengenommen. Jetzt warten wir auf Taten.

Aber wir warten nicht passiv. Wir dokumentieren. Wir sprechen mit Direktoren, Lehrern, Elternvertretern, Gewerkschaften. Wir zeigen: Es ist möglich, Schule anders zu denken.

Was wir brauchen:

  1. Mehr Raum für Beziehung statt nur Leistung
  2. Seelische Gesundheit ins Zentrum des Bildungssystems
  3. Frühzeitige Unterstützung statt spätes Eingreifen
  4. Echte Partizipation von Eltern im Schulsystem
  5. Resilienz-Training als fester Bestandteil des Lehrplans
  6. KI-Revolution im Klassenzimmer für mehr Zeit für Menschlichkeit

Das ist keine Utopie. Das ist notwendig.

Die Chronologie im Überblick (10. Juni – heute):

  • 10. Juni: Amoklauf am BORG Dreierschützengasse
  • 13. Juni: Start der Petition auf aufstehn.at
  • 14. Juni: Erster offener Brief an die Bundesregierung
  • 17. Juni: Antwort des Bundespräsidenten
  • 22. Juni: Zweiter Brief an alle 183 Nationalratsabgeordnete
  • 2. Juli: Offener Brief der Eltern des BORG
  • 10. Juli: Parlamentsanfrage der Grünen
  • 11. Juli: Dritter Brief vor der Sommerpause
  • Ende Juli: Anmeldungen bei allen Behörden für den Sternenmarsch
  • 16. August: Vereinsstatuten erweitert für die Bewegung
  • 18. August: Blog „Schule als Fetisch“
  • 21. August: Blog „Suizid in Österreich“
  • 24. August: Start des Marsches Graz → Frohnleiten
  • 25.-26. August: Etappen durch die Steiermark
  • 27.-29. August: Über den Semmering nach Niederösterreich
  • 30. August: Blog „7 Millionen Jahre Evolution“
  • 30. August – 2. September: Etappen durch Niederösterreich
  • 3. September: Sternenmarsch zum Heldenplatz (70 Menschen), kein Empfang im Bundeskanzleramt
  • 4. September: Gespräch mit SPÖ-Abgeordneten im Parlament (Dragon Dreaming-Vorschlag)
  • 8.-16. September: BORG-Skandal: Zwang in Tatorträume, Feuerpolizei-Sperre, Vertuschung
  • 22. September: Vierter Brief an 183 Nationalratsabgeordnete – Kindeswohlgefährdung
  • 24. September: 5. Brief – Datenschutz-Beschwerde + 6. Brief – Victim Blaming (Skandal)
  • 25. September: Gedenkveranstaltung + Blog „Die Psyche unserer Kinder“
  • 29. September: 7. Brief – KI-Revolution und Lösungen
  • 3. Oktober: Gedenkfotos verschwinden

Heute: Über 48.000 Unterschriften und eine Bewegung, die nicht mehr aufzuhalten ist.


Unterstütze die Bewegung:

Gemeinsam ändern wir das System, bevor es weitere Kinder kaputt macht..