Belege & Quellen
Worauf wir uns berufen.
Unsere Forderungen stützen sich auf wissenschaftliche Studien, offizielle Berichte und Daten staatlicher Institutionen. Wer uns kritisch prüfen möchte, findet hier alle Originalquellen.
Stand: Mai 2026. Wir aktualisieren diese Seite laufend mit neuen Studien.
Die wichtigsten Befunde
24 Prozent der Jugendlichen in Österreich zeigen Hinweise auf eine bestehende psychische Erkrankung.
36 Prozent gaben an, schon einmal eine psychische Störung gehabt zu haben. Am häufigsten: Angststörungen (15,6 %), neuropsychiatrische Entwicklungsstörungen (9,3 %), Depressionen (6,2 %).
Die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Österreich ist eklatant unterversorgt.
Wartezeit auf einen Termin bei niedergelassenen Vertragsärzt:innen in Wien: durchschnittlich 90 Tage. Auf einen stationären Platz: 4 bis 6 Monate. Festgestellt durch den österreichischen Rechnungshof, August 2025.
„Strategien sind vorhanden, jedoch fehlt es an der Umsetzung.“
Wörtliches Zitat aus dem Rechnungshofbericht „Kinder- und Jugendpsychiatrie – Versorgungsplanung und Umsetzung“ vom 29. August 2025.
Quelle Nr. 1 – Primärquelle
Rechnungshofbericht „Kinder- und Jugendpsychiatrie – Versorgungsplanung und Umsetzung“
Herausgeber: Rechnungshof Österreich · Veröffentlicht: 29. August 2025 · Bund 2025/28
Der österreichische Rechnungshof prüfte von Februar bis Juni 2024 das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, die Gesundheit Österreich GmbH und den Dachverband der Sozialversicherungsträger mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendpsychiatrie. Geprüfter Zeitraum: 2017–2023.
Kernaussagen: Eklatante Unterversorgung, lange Wartezeiten, in mindestens 12 von 32 Versorgungsregionen mangelhafte ambulante Versorgung, fehlende Umsetzung bestehender Strategien.
Quelle Nr. 2 – Wissenschaftliche Primärstudie
Erste österreichweite Studie zur Prävalenz psychischer Erkrankungen bei Jugendlichen
Wagner G., Zeiler M., Waldherr K., Philipp J., Truttmann S., Dür W., Treasure J., Karwautz A.F. · MedUni Wien & Ludwig Boltzmann Institut · 2017
Erste österreichweit durchgeführte epidemiologische Studie zur Prävalenz psychischer Erkrankungen bei 10- bis 18-Jährigen. Publiziert im Fachjournal European Child & Adolescent Psychiatry.
Kernergebnis: 24 % der Jugendlichen zeigen Hinweise auf eine aktuell bestehende psychische Erkrankung; 36 % laut Selbstauskunft schon einmal eine psychische Störung gehabt; nur 47 % der Erkrankten waren je in Behandlung.
DOI: 10.1007/s00787-017-0999-6
Quelle Nr. 3 – WHO-Studie
HBSC-Studie: Gesundheit und Gesundheitsverhalten österreichischer Schüler:innen
Felder-Puig R., Teutsch F., Winkler R. · Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) im Auftrag des Bundesministeriums · 2023
Die Health Behaviour in School-aged Children-Studie der WHO ist die größte europäische Kinder- und Jugendgesundheitsstudie. In Österreich wurden 7.100 Schüler:innen im Alter von 10–17 Jahren befragt.
Kernergebnisse 2021/22: 44 % der Mädchen und 25 % der Burschen häufig gereizt oder schlecht gelaunt; 30 % vs. 12 % häufig niedergeschlagen. Deutliche Verschlechterung gegenüber 2018, besonders bei Mädchen.
Quelle Nr. 4 – Pandemie-Studien
Donau-Universität Krems: Psychische Gesundheit von Schüler:innen
Pieh C., Plener P. et al. · Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit · seit 2020
Laufende Erhebung der psychischen Gesundheit von Jugendlichen in Österreich seit Beginn der COVID-19-Pandemie. Die Studie der Donau-Uni Krems gemeinsam mit der MedUni Wien zeigte 2021 bei rund 3.000 Befragten: 56 % der über 14-Jährigen mit depressiver Symptomatik, 16 % mit suizidalen Gedanken. Die Häufigkeit hatte sich seit Pandemiebeginn verfünf- bis verzehnfacht.
Quelle Nr. 5 – Schulpsychologie
Versorgung mit Schulpsychologie in Österreich
ORF NÖ / Bildungsministerium · April 2026
Österreichweit sind laut Bildungsministerium nur rund 250 Schulpsycholog:innen im Einsatz – auf jede:n von ihnen kommen mehrere tausend Schüler:innen. Fachlich empfohlene Betreuungsverhältnisse liegen deutlich darunter. In Niederösterreich wurden 22 zusätzliche Stellen für 2026 angekündigt.
Quelle Nr. 6 – Aktuelle Entwicklung
HBSC-Befragung 2025: Leichte Verbesserung – Versorgung weiterhin unzureichend
ORF Science · Januar 2026
Ehrlich erwähnt: Im Jahr 2025 berichteten 12 % der Jugendlichen depressive Symptome – nach 15 % im Jahr 2024. Auch die Lebenszufriedenheit ist leicht gestiegen, möglicherweise im Zusammenhang mit dem österreichweiten Handyverbot in den ersten acht Schulstufen seit Mai 2025. Diese Verbesserung ändert jedoch nichts an der strukturellen Versorgungslücke, die der Rechnungshof im selben Jahr deutlich machte.
Quelle Nr. 7 – Verbündete Stimme
Pro mente Austria: „Es ist höchste Zeit zu handeln!“
Pro mente Austria · Pressekonferenz 18. November 2025
Der Dachverband der 26 Mitgliedsorganisationen in Österreich für psychosoziale Versorgung bestätigt eine eklatante Unterversorgung Jugendlicher und fordert seit Jahren konkrete Maßnahmen. Eine starke fachliche Stimme, die unsere Forderungen unabhängig untermauert.
Weitere Quellen zum Vertiefen
Gesundheitsbericht Kinder und Jugendliche 2024
Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) · 2024 · umfassende Datenübersicht zur körperlichen und psychischen Gesundheit Jugendlicher
CAPE 10 – Aktuelle Studienübersicht
Bildungs- und Gesundheitszentrum Wien · November 2025 · kompakte Zusammenfassung aller relevanten aktuellen Studien
Kinder- und Jugendpsychiatrie-Kongress Innsbruck 2026
Berichte zu Wartezeiten von 4–6 Monaten auf stationäre Plätze in Tirol und Forderungen nach Ausbau des Hometreatment-Angebots
Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (ÖGKJP)
Fachgesellschaft mit zahlreichen Versorgungsanalysen und Stellungnahmen
Unabhängiger Monitoringausschuss – Beitrag zur UN-Resolution 2026
Aktuelle Bestandsaufnahme der psychosozialen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Österreich
Was wir bewusst auch sagen
Wir verschweigen keine positiven Entwicklungen. Im Regierungsprogramm 2025 wurden ab 2026 jährlich 25 Millionen Euro, ab 2027 zusätzlich 50 Millionen Euro für den Ausbau der psychosozialen Versorgung von Kindern und Jugendlichen vereinbart. Die Sozialversicherung verweist auf ein Plus von 40 Prozent bei Ordinationen und Ambulatorien.
Auch die HBSC-Befragung 2025 zeigte einen leichten Rückgang der depressiven Symptome bei Jugendlichen (von 15 % auf 12 %), möglicherweise im Zusammenhang mit dem Handyverbot in den ersten acht Schulstufen.
Was sich dadurch nicht ändert: Die strukturelle Versorgungslücke bleibt. Familien warten weiterhin Monate auf Behandlungstermine. Psychotherapieplätze für Kinder und Jugendliche sind nach wie vor unzureichend kassenfinanziert. Die Gelder ab 2026/2027 sind ein Anfang – aber nur dann wirksam, wenn sie tatsächlich in der Versorgung ankommen. Das hat der Rechnungshof bereits über vergangene Strategien wörtlich gesagt: „Strategien sind vorhanden, jedoch fehlt es an der Umsetzung.“
Genau deshalb gehen wir wieder.
Du hast jetzt die Fakten. Geh ein Stück mit uns.
27. August bis 6. September 2026 · Graz – Wien
